TransportmarktBarometer: Die Talsohle ist erreicht
Die Indizes des TransportmarktBarometers von Prognos und ZEW zeigen sich wieder verhalten optimistisch. Während die Erhebungsrunde des ersten Quartals noch deutlich nach unten tendierte, scheint nun die Talsohle erreicht. Die Indizes zeigen teils deutlich nach oben. Dennoch fällt die Einschätzung je nach Verkehrsträger noch deutlich unterschiedlich aus.
Laut Prognos/ZEW gibt sich der Straßengüterverkehr leicht optimistisch. Für Osteuropa zeichnen sich in der Kurzfristbetrachtung, also im Vergleich zum Vorquartal deutliche Tendenzen nach oben ab. Langfristig pendeln sich die Erwartungen allerdings auf dem niedrigen Niveau von 2015 ein. Wenig Bewegung erwarten die Befragten demnach im Schienengüter- und Binnenschiffverkehr. Immerhin fielen die Einschätzungen zum kombinierten Verkehr verhalten optimistisch aus.
Ebenfalls ein verhalten positives Signal kommt aus den KEP-Märkten. So zeigen die Mengenerwartungen nach langer Zeit auch für Osteuropa wieder leicht nach oben. Dennoch sei die Erwartung noch weit von den Höchstständen 2014/2015 entfernt.
In der Luftfracht kehrte sich der Stimmungsindex deutlich ins Positive um, nachdem dieser in den vergangenen Quartalen mehrfach nach unten gezeigt habe. Die frohen Erwartungen gelten laut Prognos/ZEW vor allem für die Märkte Nord-Amerika und Asien/Pazifik. Für Europa fallen die Erwartungen zwar weniger euphorisch aus, dennoch aber optimistischer als im Quartal zuvor. Ebenso negativ war bisher die Entwicklung in der Seefracht. Nach einem beinahe historischen Tiefstand sehen demnach etwa die Hälfte der Experten für die Märkte Nord-Amerika und Asien/Pazifik für die nächsten sechs Monate steigende Frachtmengen.
Die prognostizierte Preisentwicklung für das kommende halbe Jahr scheint ebenfalls über alle Träger hinweg grundsätzlich positiv. Während man im Straßengüterverkehr über alle Märkte Preiserhöhungen erwarte, sei im Schienengüterverkehr die Tendenz zu sinkenden Preisen zumindest abgeschwächt. Im kombinierten Verkehr erwarte man konstante Preise. Dem steht die Luft- und Seefracht gegenüber. Nach einem Einbruch im Vorquartal sei diese Sparte nun auf Kurs, die Preissignale zeigen deutlich nach oben. Als mögliche Erklärung identifizieren die Institute künftige Zinssteigerungen für den nordamerikanischen Markt. Den Straßengüterverkehr beeinflussen demnach erste Signale, die ein Ende der niedrigen Dieselpreise ankündigen könnten. Auch der Fahrermangel trage zu der Einschätzung bei, dass die Preise in den kommenden Monaten wieder anziehen dürften.
Die beiden Marktforschungsinstitute Prognos und ZEW haben rund 250 Spitzenkräfte der Transport- und Verladenden Wirtschaft nach ihren Prognosen für die kommenden sechs Monate bezüglich des Transportaufkommens und der Transportpreise befragt.